Aktuell
08. August 2010

Parteichef Ernst fährt im Audi vor

klausernst(AALEN/kul) „Alle anderen Parteien schreiben bei uns ab, ohne rot zu werden“, hat der Bundesvorsitzende der Linken beim Sommerfest der Partei im proppenvollen Café Samocca süffisant gesagt. Agil steuerte er in einer halbstündigen Rede durch die bundesdeutsche Politik.

Natürlich warteten die Genossen gespannt auf Klaus Ernst, und sie warteten vor allem darauf, mit welchem Auto er vorfahren würde. Nach dem innerparteilichen Geplänkel um seinen betagten Porsche, wollte jeder einen Blick auf den selbigen werfen. In diesem Punkt erwies sich Ernst allerdings als Spielverderber, denn er kam im Audi. Dafür ließ sich der Vorsitzende nach einer herzlichen Begrüßung durch seine Genossen nicht lange bitten. Ganz Gewerkschafter und Politiker redete er nicht um den heißen Brei herum, sondern schnitt unumwunden die brennenden Fragen, insbesondere die sozialen, an und beantwortete ebenso direkt Fragen seiner Zuhörer. Die kamen aus der gesamten Region, aus Göppingen, Heidenheim, Waiblingen, Geislingen und dem Aalener Wahlkreis.

„Jetzt muss i wos sogn“, eröffnete Ernst mit bayrischem Unterton seinen Blick auf das politische und wirtschaftliche Geschehen in Berlin. Am Herzen lag ihm, daran zu erinnern, dass er einst als IG-Metaller, öfters auf der Ostalb zu tun hatte. Dann ging er zur Tagespolitik über, versicherte, dass es ihn freue, dass in Baden-Württemberg CDU und FDP keine demoskopische Mehrheit mehr hätten, dass Rot-Grün aber keine Alternative sei, da beide Parteien als ehemalige Akteure zu sehr in den Sozialabbau verstrickt seien. In seiner Analyse ließ Ernst keine Position aus. Er kreidete den anderen Parteien deren - seiner Ansicht nach - Fehlverhalten an, setzte eigene Positionen dagegen, wies Lösungswege auf, um die Republik wieder ins „soziale Gleichgewicht“ zu bringen. Klaus Ernst sprach verständlich, erläuterte mit wenigen Sätzen komplexe wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Strukturen und versicherte: „Ich brösle euch das mal auf.“ Beifall bekam er am Ende, als er unter anderem starke Gewerkschaften, soziale Politik, Kontrolle der Finanzwirtschaft, Mindestlöhne und mehr Wirtschaftsdemokratie forderte.

(Erschienen: 08.08.2010 20:40 auf Schwäbische Zeitung Online)

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07. August 2010

Linke glaubt fest an Einzug in den Landtag

Riexinger: SPD und Grüne brauchen uns

Die Linkspartei will sich im Landtagswahlkampf für einen Politikwechsel stark machen - glaubt aber nicht so richtig an eine rot-rot-grüne Regierung.
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06. August 2010

Aalener Linke wählen ihren Kandidaten

roland1Die Aalener Linken haben einen Kandidaten für die im März 2011 stattfindende Landtagswahl.Im Café Samocca kürten sie Roland Hamm, ihren Wunschkandidaten, einstimmig. Der Einladung des Kreisvorstandes waren knapp 30 Mitglieder und
Interessierte gefolgt. In einem weiteren Wahlgang wurde Veronika Stossun, ebenso einstimmig, zur Ersatzkandidatin gewählt.

Den Abend eröffnete die Kreisvorsitzende Christa Klink mit einer allgemeinen Begrüßung und einer politischen Einleitung. Die bereits vor vier Wochen geplante Nominierung musste kurzerhand verschoben werden, weil sich auch Linke nicht nur für Politik interessieren, sondern auch gerne mal Fußball schauen. Der damals anberaumte Termin kollidierte mit einem WM-Spiel mit deutscher Beteiligung, das war in der Planung nicht vorhersehbar. So fand die Veranstaltung am Montagabend nun doch in den gerade begonnenen Sommerferien statt.

Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch, die "Krawallschachteln" aus Ellwangen sorgten mit pfiffiger Musik und originellen Texten für gute Laune.
Dennoch gab es einige Regularien zu bewältigen. Nach einem kurzen Abriss aus Landeswahlordnung und Parteisatzung führte Wahlleiter Gerhard
Schneider die Versammlung souverän durch die Formalitäten.

Roland Hamm, der Wunschkandidat der Linken auf der Ostalb, gestand in seiner Vorstellung, mit seiner Kandidatur einer Herzensentscheidung zu
folgen. Er stellte die Situation des Landes in den Fokus und analysierte sie. Die Schlussfolgerung:
Das Wahlprogramm seiner Partei ist die einzige Möglichkeit die politische, wirtschaftliche und soziale Krise zu meistern. „Je stärker wir werden, umso größer ist die Chance zu mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft“, so Hamm, der den Wählern eine rigorose Oppositionspolitik versprach.

 
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